Egon 500 Nordschleife 2003

Am Mittwochnachmittag reisten wir mit einem Wohnwagengespann dem Rennwagengespann und einem weiteren Rennfahrzeug an. Man stellte einmal wieder fest, wie auch im letzten Jahr, gibt es für die Youngtimer kein eigenes Fahrerlager!

Es wurde der A8 Parkplatz den Leuten zu Verfügung gestellt. Zum einen ist A8 aber viel zu klein und des weiteren weder bewacht noch gesichert. Mal ganz abgesehen davon das direkt durch unser Fahrerlager die Einkaufspassage der Zuschauer führt. Somit entschieden wir uns auf A2, von der YRT -Organisation auch Zusatzfahrerlager genannt, zu fahren und dort unser Zeltlager aufzuschlagen. Unser Team bekam 2 Durchfahrtskarten für A2 und einen für A8. Das ist völlig genug, wenn diese nur ihren Dienst tun würden! Bei jeder Durchfahrt nach A2 wurde man erneut gefragt wo man herkommt, wo man hinwill, zu welcher Startnummer man gehört und vor allem bekam man gesagt das man hier nicht drauf kommt. Tolles Fahrerlager! Nach dem A2 überfüllt war… und das nicht nur mit Teilnehmern, sondern mit besonders vielen Zuschauern wurde der A5 Parkplatz für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, so dass pro Minute mindestens ein Auto vorbei kam. Vor allem die Zuschauer die dort ihre Zelte aufschlugen, machten sich bei uns sofort beliebt. Mindestens einmal pro Tag flog die Sicherung des Stromgenerators raus, weil sich einige in unsere Kabeltrommel einsteckten. Nach dem man uns beschuldigte den Generator zu überlasten bauten wir kurzerhand unsere Trommeln ab und legten den Strom so das keiner mehr einstöpseln konnte. Falsch gedacht! Nach dem Rennen kommt man wieder und findet abgetaute Kühlschränke und nicht leuchtende Lampen vor. Als wir unseren Stromstecker verfolgten fanden wir das Ende irgendwo auf einem Feld und in unserem Stromeingang am Generator war ein anderer Stecker zu Hause. Also, wie man sieht sehr nette Platzkollegen. Aber man soll ja nicht nur meckern… es gab auch was tolles an A2… zum einen die Hammer Sanitäranlage die man dort hingesetzte hat. Viele und immer saubere WC’s und vor allem reichlich Dusch- und Waschmöglichkeiten mit warmen Wasser. Also im Ganzen recht annehmbar…

 

[Ankunft Mittwoch 18:15h] Die Fans an der Nordschleife sind die größten!
Am Mittwochabend stand der Corso an, welcher alle Teilnehmer dieses Wochenendes einmal rund um den ganzen Nürburgring führten, wo man sich den Zuschauern präsentierte. Da H.-J. Knoll und Dieter Peters nicht daran teilnahmen und beim Einsatzfahrzeug die Bremsen entlüftet werden mussten, beschloss man Sandra und Natascha den Corso fahren zu lassen. Dazu diesem Zeitpunkt nur der Lila Kadett fahrbereit war, klebte man diesem kurzerhand die Startnummer 18 an und reihte sich in den Corso ein. Wie sich später rausstellte genau die richtige Entscheidung. “So etwas habe ich noch nicht erlebt! So viele Menschen und vor allem so nett. Menschen die man nicht kannte schüttelten einem die Hand und baten um Fotos. Im Karussell bekam jeder Teilnehmer ein kaltes Pils… und etwas später wurden Burnouts gestartet. Wir mogelten uns durch… denn ich habe eines gelernt, Pneus verheizen führt zu nichts! Das Härteste aber war, als sich ein Opel Fan genau vor unser Auto schmiss und dieses dann liebevoll küsste. Nach einem Handschlag war auch dies vorüber und man fuhr Richtung Döttinger Höhe. Dort wurde dann gnadenlos beschleunigt. Für uns ein erster Vorgeschmack auf Rundstreckenfeeling. Denn man musste mit einem 1200er Kadett auf diesen 3km Strecke reichlich Platz machen. Aber bei dieser Streckenbreite war dies nicht all zu schwer. Eines steht für mich fest! Nächstes Jahr auf jeden Fall wieder!” (Sandra Peters).

[Ankunft Mittwoch 18:15h] Mit drei Rädern fährt es sich schlecht!
Das erste Zeittraining brachte eine nette Überraschung mit sich. Schon in der ersten gezeiteten Runde klingelte das Handy an der Box. “Ich stehe Eingang Döttinger Höhe! Ich habe ein Rad verloren!” Kurz und knapp ein Schock. Nach einem zweiten Telefonat stellte man fest das der Kadett die Radmuttern am linken Vorderrad verloren hatte und dieses sich dann Quer im Radkasten breit machte. Zum Glück gibt es ja die Jungs von der DMSB Streckensicherung… oder doch nicht?! Das DMSB Fahrzeug, ein neuer Chrysler Jeep, hatte nicht einmal ein Radkreuz an Bord. Das mitgeführte Bordwerkzeug war eine Lachnummer. Aber die Jungs vom DMSB machten dies mit ihrem Improvisationstalent wieder gut und dank deren Hilfe konnte man das Rad mit zwei Radmuttern des Hinteren Rades wieder fixieren. Mit zwei Radmuttern je Felge wurde dann in langsamer Fahrt die Box angefahren. Mit diesem Schreck war das erste Training leider schon zu Ende.

[2. Zeittraining DO 12:45h] Bremsen… braucht man die??
Nach erfolgter Reparatur am Fahrzeug fuhr Dieter Peters noch eine Kontroll Runde um sicher zu gehen das auch alles wieder einwandfrei funktioniert. Doch dies war leider nicht der Fall. Auch nach repariertem Bremssattel, nach dem Eifelrennen im Mai, ist immer noch keine Bessere Bremswirkung vorhanden. Die restlichen gezeiteten Trainingsrunden wurden von Hans-Jürgen Knoll absolviert. So konnte man sich am Ende beider Trainingseinheiten, trotz Radverlust, einen Startplatz sichern. Abgesehen von der Beule, die nun die Beifahrertür schmückt. Kurz hinter der Breitscheider Brücke traf Hannes einen Escortfahrer oder andersrum… Noch in der Startaufstellung vor dem Rennen entschuldigte sich der Fahrer des Escorts bei Hannes. Wie sich heraus stellte, haben sich beide übersehen und trafen dann leider unangenehm aneinander. Aber nichts was man nicht wieder reparieren kann!

[Das Rennen am Freitag] Wo zum Teufel ist unser Sprit!!!!!
30 Grad, strahlend blauer Himmel und jede Menge Fahrzeuge in der Startaufstellung. Ein perfektes Ambiente für ein 500km-Rennen. Vielleicht etwas zu warm, wenn man an die armen Motoren denkt… na gut und auch an die armen Fahrer. Bevor man sich in die Startaufstellung einreihte wurde kurzer Hand noch die Riemenscheibe gewechselt, welche man aus Sandras Kadett C ausbaute. Als man es sich gerade in der Mitte des Starterfeldes gemütlich gemacht hatte stellte man plötzlich fest, dass sich die vorderen Rennfahrzeuge in Bewegung setzten. Viel zu früh wenn man sich die Uhrzeit betrachtete. Von den Warnhinweisen der Streckensicherung, welche im Abstand von 5, 3 und 1 Minuten angezeigt werden, bekam man im hinteren Mittelfeld leider nichts mit, wenn es überhaupt welche gegeben hat. Unvorbereitet breitete sich schnell Hektik aus, denn fast kein Fahrer saß in seinem Fahrzeug. So wurde einfach losgefahren. Ob dabei die Startreihenfolge eingehalten wurde konnte man zu diesem Zeitpunkt nicht feststellen. Vor allem wurden alle 3 Startgruppen auf einmal in die Einführungsrunde geschickt. Auch Hans-Jürgen Knoll schaffte es, trotz Hektik den Kadett mit der Startnummer 18 in die Einführungsrunde zu pilotieren. Während der Einführungsrunde schon wurde unser Team darauf aufmerksam gemacht, das der Kadett Sprit auswirft. Im Rennverlauf geplant waren, 7 gefahrene Runden durch H.-J. Knoll, welcher in der anschleißenden Runde zum Tankwechsel das Steuer an Heinz-Dieter Peters übergeben sollte. Leider musste schon in der ersten Runde die Box angefahren werden, Auslöser für diese Unplanmäßigkeit waren sporadisch auftretende Aussetzer. Nach dem nichts gefunden wurde, schickte man das Fahrzeug wieder auf die Strecke. In der Dunlop-Kehre war dann aber schon Schluss. Nach 2 Runden schon war der Tank Pulver trocken. So wechselte H.-J. Knoll kurzer Hand von 4 auf 2 Rädern und kam mit einem Streckenposten per Roller an die Box, holte sich einen Kanister Benzin und fuhr wieder Richtung Dunlop-Kehre. Nach dem Nachtanken konnte Knoll die Box ein weiteres Mal anfahren. Da bei genauerem Hinsehen die Benzinpumpe leicht feucht war, tippte man das diese defekt sei. Also wurde kurzer Hand die Benzinpumpe gewechselt. Nach den Umbauarbeiten fuhr man zum Tanken. Dort die große Überraschung, der Tankdeckel fehlt. H.-J. Knoll sagte, das dieser schon beim Nachtanken mit dem Kanister fehlte. Liebenswerte Zeitgenossen hatten uns in der Nacht vor dem Rennen, auf dem “unbewachten Fahrerlager”, den Tank aufgebrochen und gut die Hälfte des Tankinhaltes abgesaugt. Da wir vorher im Training noch voll getankt hatten und man mit so etwas nicht rechnet, wurde vor dem Rennen nicht mehr kontrolliert. So wurde “Hannes” nach einer Stunde Standzeit für 2 Rennrunden auf die Strecke geschickt, damit wir immer noch die Chance auf ein Ankommen in Wertung hatten. In diesem zwei Runden musste unser Boxenteam Hendrik und Dieter, nach der Benzinpumpe, einmal mehr zum Campingplatz eilen um den Tankdeckel aus dem Lila Kadett zu “bauen”. Es hatte sich gelohnt den zweiten Kadett als Teileträger mitzunehmen. Nacheinander wurden Radmuttern, Riemenscheibe, Druckschlauch der Bremse, Benzinpumpe und Tankdeckel “operativ” entfernt. Nach den zwei gefahrenen Runden kam “Hannes” dann wieder zur Box und es konnte vollgetankt werden. Dabei einigte man sich auch sofort den Fahrerwechsel durch zu führen um einen weitern Stopp zu vermeiden. Wie man am Ende feststellte genau die Richtige Entscheidung. Denn in der vorletzten Runde zog sich der Himmel zu und ein heftiges Gewitter mit Blitz, Donner, Hagel und eine Menge Wasser, welches das Rennen eine Runde früher als geplant durch die Zielflagge beendete. Zu dieser Zeit konnte man auf der Nordschleife besser auf einem Ruderboot als auf einem Rennfahrzeug vor ran kommen. Die meisten Fahrzeuge waren auf Slicks unterwegs, wobei das Wasser Zentimeter hoch auf der Strecke stand. Eine Zeitlang war das Ergebnis ungewiss. Als man sich den Ersten Endstand einholte hieß es. “Startnummer 18 a.d.W. (aus der Wertung). Dies war eigentlich unmöglich. Denn wenn man sich nicht verzählt hatte, wurden genau 50% des Klassensiegers erfahren. “Wie 50% des Klassensiegers? Nein 50% des Gesamtsiegers werden gewertet!” so die Zeitnahme. Nach dem man dieser mitteilte, dass damit das halbe Starterfeld aus der Wertung wäre, beschloss diese die ganze Wertung noch einmal neu zu berechnen. Vielen Dank für diese logische Auswertung des Ergebnisses! Nach der neu ausgewerteten Liste belegten wir den 7 Platz in der Klasse, mit 9 gefahrenen Rennrunden und einer Gesamtstandzeit von mehr als einer Stunde. Mit diesem 7. Platz in der Klasse bis 1600ccm konnte man durchaus zufrieden sein. Doch wenn man bedenkt das man weiter vorne hätte liegen können, wenn man uns nicht den Sprit abgezapft hätte, ist sehr ärgerlich. So was darf bei einer solchen Veranstaltung nicht passieren! Und wir hoffen das sich daran nächstes Jahr etwas ändert, denn wie wir mitbekommen hatten war unser Sprit nicht das einzige Souvenier dieser netten Zeitgenossen.

[24h-Rennen und wir dabei] Daumendrücken für Michael Schmidtke und Dirk Kremp!
Das 24h-Rennen war wie jedes Jahr ein Highlight. Aber auch dieses hatte einige Pannen die nicht passieren dürfen. Das Rahmenprogramm war einsame Spitze. Um 13:30h begann die Startvoraufstellung für das 24h-Rennen, das traditionell einen Pitwalk für die Zuschauer mit sich führte. Eine Menge, eine große Menge Zuschauer strömte auf die Start/Ziel Gerade. Autos waren von der T4 kaum noch zu erkennen. Die meisten Teilnehmer hatten Probleme auf Ihrem Startplatz zu kommen. So musste Jochen Schnuck seinen BMW mitten in dem Pulk aufbocken um die Reifen au wechseln. Die meisten Standen irgendwo, nur nicht auf Ihrem Startplätzen. Eine abgesperrte Boxengasse, wodurch die Fahrzeuge ungehindert die Box verlassen können gab es dieses Jahr auch nicht. Jeder musste gucken wie er die 300m aus der Menschen Masse übersteht. ca 15 Minuten vor Beginn der Einführungsrunde wurden die Zuschauer gebeten das Feld zu räumen. Viel zu späte!! Denn noch beim Schild “30 Sekunden” war 50% der Zuschauer noch in der Startaufstellung. Als sich das Feld in Bewegung setzte waren immer noch Helfer und vor allem Zuschauer anwesend. Das Feld setzte sich nicht flüssig in Bewegung… hier und da blockierte ein oder zwei Fahrzeuge die Strecke, da diese solange warten mussten bis Ihr Starplatz an der Reihe war, denn viele Standen nicht an dem Platz wo sie hingehörten. Eine riesige Panne der Organisation. Die Platz-Zuweiser waren sichtlich überfordert, so was darf bei einem Event wie den 24h nicht passieren. Das Rennen an sich war wie immer super. Trotz der Startpannen kam das Feld geordnet aus der Einführungsrunde zurück. Dieses Jahr fuhr auch Michael Schmidtke auf einem Jaguar Schlachtschiff mit. Als 4. Fahrer durfte er das 1,5 Tonnen schwere Gefährt über die Nordschleife pilotieren. Auch Dirk Kremp war einmal mehr dabei. Dieses Jahr auf einem roten 1300er VW Polo. Während der Nachtphase bemerkte man mal wieder die Professionalität der Streckenposten. Als sich einer der DTM Audis vor der T4 ins Kiesbett einbuddelte, dauerte es sage und schreibe mehrere Minuten bis der Streckenposten vor der Unfallstelle überhaupt mitbekam das dort ein Fahrzeug steht. Als er dies bemerkte ging die Warnlampe an. Viel zu spät. Was man mal wieder sah war vor allem die Professionalität der großen Teams. Denn es kann nicht angehen das ein Falken – Nissan bei Gelb überholt. Und dies war nicht der einzige der die Flaggenkunde anscheinend nicht beherrscht. Na ja im Großen und Ganzen war das Rennen toll. Wir guckten uns den Start und einen Teil des Nachtrennens an. Nach jedem Turn kam Michael zum Campingplatz um etwas zu schlafen. Gegen morgen wurde dann eingepackt und aufgeladen. Noch vor Zieleinlauf wurde die Heimreise angetreten um dem Abreiseverkehr der Zuschauer zu entkommen. Denn bei 30° möchte keiner im Stau stehen.

Endresultat dieses Weekends:
Ein 7. Platz für das DP-Racing-Team in der 1600er Klasse und einen 146 Gesamtplatz von 186 gestarteten Fahrzeugen. Michael Schmidtke führ auf dem Jaguar die schnellsten Rennrunden und ermöglichte einen 8 Platz in deren Klasse und einen tollen 100 Gesamtrang von 210 gestarteten Fahrzeugen, in 105 Rennrunden. Dirk Kremp fuhr mit dem kleinen Polo aufs Klassentreppchen. Ein Klassensieg und ein 79 Platz im Gesamt, mit 111 gefahrenen Rennrunden, waren für ihn ein tolles Ergebnis. Das wichtigste an diesem Rennwochenende: Alle sind durchgekommen!!!

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