Rallye Oberehe 2008

Ach wie haben wir das vermisst… das Adrenalin, die vertrauten Gesichter, den Geruch von Benzin und glühenden Bremsbelägen. Letztes Wochenende ging es für uns nach längerer Reparaturpause wieder los, mit der 37. ADAC Rallye Oberehe 2008 in Hillesheim. Über 180 Teams, darunter viele aus den BeNeLux-Ländern, haben bei der eifler Kultrallye genannt. Davon rund 40 Youngtimer und wir waren mit unserem Kadett mitten drin, in der Klasse bis 1300cm für Serienfahrzeuge. Auch als ein Fahrfehler 500 Meter vor Ende der letzten WP das „beinahe Aus“ bescherte, sahen wir in Hillesheim die Zielrampe, wo uns neben einem kühlen Bitburger der 2. Platz in unserer Klasse und ein toller 115. Gesamtrang erwarteten.

 

„Eine Woche vor Nennungsschluss der Oberehe wurde der Beschluss gefasst „wir starten“! Also wurden in knapp 3 Wochen, zwei Mal das Getriebe gewechselt und der Wagen in einer Blitzaktion lackiert, die anderen Reparaturen lass ich mal weg *grins*. Eine Stunde vor Abreise fix den Servicewagen beladen und den Kadett irgendwie auf den Hänger gefesselt und los ging’s bis Köln – Stau – wen wundert’s!

Freitag kurz vor 21 Uhr: Endlich in Hillesheim angekommen, stand die technische Abnahme an. Mit knapp 15 Autos vor Augen wurde sich hinten eingereiht. Nach knapp 10 Minuten kam ein etwas verwirrter Mensch in einer Warnweste auf uns zu „Seid Ihr Youngtimer?“ Ursprünglich wollte ich fragen ob er nicht lesen könne was auf unserem Auto steht, habe dann aber mit einem freundlichen „Jo! Wieso?“ geantwortet. Darauf hin meinte er „Die anderen dürfen nicht mehr dran, aber die Youngtimer dürfen durchfahren!“. Wir uns freundlich bedankt, also an den anderen vorbei Richtung technische Abnahme. Erst dann wurde uns bewusst wie viel da eigentlich noch standen… 10… 20… 30… es hörte nicht auf. Warum die uns aber alle so böse angeguckt haben, verstehe ich bis heute nicht *grins* – die Abnahme dauerte ganze 15 Minuten, alles fix kontrolliert und ab Richtung Fahrerlager.

Samstag: Irgendwann gegen 10 Uhr aufgestanden, ging es um kurz vor 13 Uhr mit Rampenstart in die Aufschriebrunde. Alles fein geordnet im Minutenabstand. Schon hier bildeten sich lange Schlangen und man stand mehr als man fuhr. Langsam wuchs die Angst bei 180 Fahrzeugen massig Verzögerung erwarten zu können. Doch durch die gute Organisation des MSC Oberehe und er großzügigen Mithilfe der ausgefallenen Teams, fluppte alles. Lediglich im Regroup musste man mehr als eine Stunde warten, neben Essen und Trinken war Schlafen auch ein guter Zeitvertreib. An den Prüfungen selber kam man „fast“ nicht ins Warten. Vom Wetter her hatten wir mehr als Glück – warm, sonnig und vor allem trocken. Ausschau haltend nach unserer Klasse vermissten wir den Audi 50 von Meurer/Laun, lediglich Michaels Audi 50 und Maltes Bianchi waren in sicht. Da staunten wir nicht schlecht, als wir einen Gruppe 1 Escort der 2ltr.-Klasse mit dem Namen Meurer drauf entdeckten. Aus organisatorischen Gründen konnte dieser nicht vorne eingestuft werden und musste somit mitten in der 1300er Klasse fahren, was trotz anfänglichen Bedenken kein Problem dargestellt hat. Die Prüfungen an sich waren meiner Meinung nach traumhaft. Der erste Rundkurs war uns noch aus 2002 bekannt, unserer aller ersten Rallye, wo fast alle Teams schon im Aufschrieb die Einfahrt in den Rundkurs verpassten, und ich mich im ersten Wertungslauf vom meinem SR Spiegeln verabschieden musste – aber das war vor laaaaaaanger Zeit. Die zweite Prüfung war ganz neu. Eine schnelle Sprintprüfung mit engen rutschigen Waldpassagen und meist Bergab, die viel Mut und fahrerisches Können erforderte. Die letzte Prüfung war einer der Rundkursvarianten, diesmal den Schotterweg hinauf.

Die ersten drei Versuche fielen bei uns recht verhalten aus. Das Tempo beim Ansagen stimmte noch nicht ganz und die Gewöhnungsphase ans Fahrzeug dauerte länger als geplant. Aber nach 10 Monaten Pause haben wir nichts anderes erwartet. Besonders die Fahrzeuge die an Bäumen klebten, in Gräben lagen oder komplett irgendwo verschwunden waren, sorgten für den nötigen Respekt vor der Strecke. In der Mittagspause, oder sollte man lieber Kuchenpause sagen, wanderte unsere Crew wie üblich in Hillesheim’s beste Eisdiele. Frisch gestärkt ging es dann in die zweite Etappe.

Nach Prüfung 4 bemerkten wir die Abwesenheit von Malte und Ingo auf ihrem Bianchi. Wie wir nachher erfahren mussten, sind sie auf einem schnellen Stück zu flott gewesen und frontal in einen Acker abgeflogen, was der Bianchi bzw. dessen Vorderachse nicht toll fand– diese steht nun 10 Zentimeter weiter hinten, was bei einem so kleinen Auto eine Menge ist. Nun auf dem 2. Platz liegend ging es in die letzten beiden Prüfungen, bei denen sich unser Tempo entsprechend erhöhte. Bis wir 500 Meter vor Ende der letzten Wertungsprüfung etwas zu schnell in eine 2er Kurve sind. Ursprünglich die Wiese als Ausweichroute gedachte, versteckte sich dort ein Hinkelstein, der sich unsanft mit meiner Vorderachse verbrüdern wollte. Endlich aus der Prüfung raus, wurde eine Zwangspause eingelegt. Der Kühlergrill fiel schon durch bloßes Angucken aus der Halterung. Der enorm verbogene Kotflügel wurde sanft (mit Anlauf) gegentretend wieder in Form gebracht, sowie die Schürze rausgezogen. Doch was war das? Tropf, Tropf? Wo kommt’s her? Ein Blick unters Auto zeigte die leicht zerbeulte Ölwanne, die sich allmählich ihres Inhalts entleerte. Das restliche Öl ausm Kofferraum in den Motor gekippt und weiter ging’s, war ja schließlich nicht mehr weit. Auf dem Weg Richtung Zielort versuchten wir das unheimliche „plopp plopp“, das von der Einschlagseite aus zu hören war, zu ignorieren und uns auf die schöne Landschaft zu konzentrieren. Auf der Rampe angekommen, wurden wir dann als letztes Fahrzeug vom Sprecher, zahlreichen Leuten und zwei Flaschen kühlen Bitburger erwartet – und einem etwas grimmig guckenden Papa *grins* der den Einschlagpunkt und das „plopp plopp“ beäugte. Shit Happens – das gehört dazu. Mit dem 2. Platz in der Tasche, der Gewissheit dass es Malte und Ingo gut ging und unser Kadett noch von eigener Kraft gerade aus fahren kann, wurde anschließend bis in die Nacht gefeiert.

Neben dem Klassensieg von Carsten Meurer und Christian Laun auf ihrem Escort, konnten sich besonders die Porschepiloten und BTC Kollegen Rüdiger Baehr und Simeon Stein über ihren ersten Gesamtsieg in der Youngtimer RallyeTROPHY freuen. Da war der Klassensieg nur Nebensache. Glückwunsch! Wurde auch langsam zeit!

Für uns war es trotz einem kaputten Opel ein schönes Wochenende. Die Rallye Oberehe ist jedes Jahr ein Highlight im Kalender und wir sind froh, dass sie wieder zur Youngtimer RallyeTROPHY zählt. Für uns ist jetzt schon klar: SASCHA 2009 KOMMEN WIR WIEDER!!!!!!! Und danke für die Drinks Eure Düsseldorfer Rallye Mädels!” – Sandra.

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