Eifel-Rallye 2007

Endlich gingen unsere Mädels an den Start ihrer ersten nationalen Rallye und dann auch gleich ein Lauf zu den ADAC Rallye Masters 2007. Mit knapp 170 Teams aus allen Klassen (Bereichen) inkl. der ADAC Youngtimer RallyeTROPHY konnte die VG Eifelrallye stolz auf die Nennliste sein.

 

Auf die Mannschaften warteten 13 anspruchsvolle und zugleich traumhaft schöne Wertungsprüfungen quer durch die Vulkaneifel. Der stramme Zeitplan sorgte für einen nahezu reibungslosen Ablauf der Rallye. Unsere Mädels gingen für den BTC-Ratingen an den Start der Klasse Y31/Y1 Youngtimer bis 1300ccm – selbstverständlich auf den weiß/gelben Kadett D. In den Hubraumstärkeren Klassen folgten das Porsche Team Rüdiger Baehr und Simeon Stein sowie Vater und Sohn Kottmann auf ihrem neongelben Gruppe 2 Opel Kadett C Coupé. Das Traumwetter mit seinen über 30 Grad forderte nicht nur den Teams sondern auch den Fahrzeugen und der Service-Crew alles ab. Unsere Mädels haben mal einen kleinen Bericht verfasst.

Daun eine schöne Stadt – Papier-/Dokumentabnahme mal anders…
Wir reisten Donnerstag gegen Mittag in Daun an. Der erste Eindruck „boah gibt es hier viele Kreisverkehre“! Die Beschilderung ließ leider ein klein wenig zu Wünschen übrig. So blieb uns nur das vorab zu geschickte Bordbuch der Eifel-Rallye. Leider haben wir die Skizze für das „Fahrerlager“ nicht sofort verstanden und fuhren planlos durch die Gegend. Letztendlich konnten wir das Lager an der vorgesehen Schule aufschlagen zusammen mit unseren Freunden des BTC und weiteren Youngtimern. Das tolle an dem Platz, der Schulhausmeister stellte die Turnhalle für die Teams und Streckenposten zu Verfügung, inkl. Sanitäranlage (WC, bad, Dusche). Bei der Dokumentenabnahme gab es eine tolle Tüte mit vielen Sachen drin sowie ein Teampaket und ein Servicepaket. Mit den Aufklebern drauf ging’s dann zur technischen Abnahme. Dort angekommen wurde mein Auto unter die Lupe genommen. Alles wurde untersucht und geprüft. Unsere Freunde Bader und Lenz aus Meerbusch traf es hart. Da ihr Käfig auf dem Teppich befestigt war hieß es… Käfig lösen, Teppich raus und Käfig wieder einbauen. In gemeinsamer Arbeit konnte dieses Problem jedoch beseitigt und die Abnahme absolviert werden.

Endlich mal im legendären „Sammersbach“
Nach der Pflichtübung der Kommissare ging es nach Sammersbach, wo es einer Legende nach mehr C Kadetts gibt als Einwohner. Der MSC Daun, initiiert von Jürgen Lenarz, lud die Youngtimer zu einer gemeinsamen Fete am Rundkurs durch Sammersbach ein. Es gab leckeres Essen und kalte Getränke und tolle Musik, dabei konnte man Videos der Youngtimer aus der Laufenden Saison sowie der Eifel-Rallye 2006 schauen. Die Stimmung war einfach toll. Das war eine super Idee. Die Anfahrt dort hin war einfach, in Sammersbach angekommen sind wir einfach der WP Route gefolgt und landeten dann am Partyzelt.

Wie viele Kurven kommen denn noch?
Am Freitag stand um 7h die Aufschriebrunde an… doch schnell mussten wir lernen, dass es bei nationalen Rallyes etwas anders abgeht als bei 200er Rallyes. Die Wertungsprüfungen hatten separate Öffnungszeiten und das doppelte Abfahren erschwerte sich durch die langen Zwischenetappen zwischen Start/Ziel. Kleiner Schock war die Tatsache, dass das Abfahren nur mit einem privaten PKW erlaubt war. Da wir keinen hatten wurde die Startnummer abgeklebt und wir fuhren los. Schon im ersten Rundkurs wurden wir der Rallyeleitung gemeldet. Nach einem kleinen Telefonat mit dem Rallyeleiter durften wir dann aber weiterfahren. Zu jeder WP gab es eine Kontrollkarte die unsere Runden festhielten. Jede WP durfte zwei Mal besichtigt werden. Der Rundkurs jeweils nur einmal aber dann mit 2 Runden plus Ausfahrt. Wir nahmen die 2 + Exit als Rundenzahl also 2 Runden fahren … wir merkten aber zum Glück kurz vor dem Prolog, dass die Rundkurse nur jeweils mit einer Runde zu befahren waren und korrigieren den Aufschrieb. Leider haben die Escort-Fahrer Schulz/Schulz sowie Vater und Sohn Jansen dies nicht bemerkt und fuhren 2 Runden und erschienen somit am Samstagmorgen hinter uns in der Startreihenfolge. Die Prüfungen hatten weit aus mehr Kilometer als bei B-Rallyes und Natascha frage nach der Hälfte „Boah wie viel denn noch, das Blatt ist voll nun muss ja umblättern!“ Und als ob das nicht genug wäre platzte uns auch noch einer der Michelin Reifen und wir mussten wechseln.

Der Prolog (Sammersbach) – Wie durch diesen Ort sollen wir durch?
Als es hieß es geht durch Sammersbach haben wir nicht geahnt wie eng das wird. Kleine Sträßchen durch ein idyllisches Eifler Dörfchen. Der Aufschrieb passte einwandfrei der Rundkurs war der Hammer und hat mordsmäßig Spaß gemacht. Am Start sagte der Schlusswagen „Wir werden euch jagen dann werdet ihr schneller!“ Ich hatte dies als Scherz aufgefasst. Schon in der Hälfte erschienen Scheinwerfer im Rückspiegel und ich überlegte schon „wo lasse ich den vorbei“. Als ich mich wunderte dass er mich nicht überholte… es war der Schlusswagen der uns jagte! Ich muss sagen, dass war etwas verwirrend und kostete Zeit… aber es war cool durch das Dorf zu rasen… Nächstes Jahr besteht Jürgen drauf, dass der Rundkurs bei ihm vor der Haustüre vorbei geht quer durch den Vorgarten. Das wird lustig.

Der Hitze-Marathon mit bitterem Ende
Nach dem Ergebnis des Prologs ging es also nun auf in die letzten 12 Wertungsprüfungen. Jeweils nach 3 Prüfungen wurde der Serviceplatz am Dauner Flugplatz angefahren. Der BTC Ratingen stellte den Service zu Verfügung. Jedes der Teams bekam Hilfe, Essen und sehr wichtig etwas zu Trinken. Vor WP2 ging es erstmal 10 Minuten in den Servicepark und danach in die ersten 3 Sprintprüfungen. Hinter uns startete der BDA Escort vom Ehepaar Schulz. Erst überlegten wir ob wir uns 3 Minuten Karenz verpassen und die drei Teams vorzulassen. Dann dachte ich mir Scheiß – drauf irgendwann muss man sich mal dran gewöhnen und es passte alles… der Escort konnte uns in 2 der 3 Prüfungen einholen. Beim Service wurde der Reifendruck nochmals geändert und das Fahrwerk erneut abgestimmt. Dann ging es wieder in die drei Sprintprüfungen. Diesmal wurden wir in allen drei Prüfungen vom Escort gescheucht und überholt. Beim Hauptservice gab es dann volle Verpflegung Essen, Trinken und Kuchen… die Mechaniker-Teams jedoch bekamen mächtig zu tun. Bei den Kottmännern riss der Keilriemen und der Motor lief hieß. Die offene Heizung sorgte für mächtig warme Luft im Kadett. Dem Team wurden sofort kalte Tücher bereitgestellt zum Abkühlen. Es fehlte nicht mehr viel zu einem Hitzschlag. Bei unserem D wurde die Bremse zu heiß. Von Anfang an war die Bremse weicher als gewohnt. Durch die massive Sonne erreichte die Bremsflüssigkeit eine zu hohe Temperatur und die Bremse baute keinen Druck mehr auf. Mir blieb leider nur übrig früher zu Bremsen und wenn’s geht nicht alle Vollgas-Passagen am Limit zu fahren. Somit verloren wir viel Zeit und Schweiß…denn ob man auch wirklich zum Stehen kommt blieb jedes Mal offen. Nach einer Zeitstrafe, wegen zu späten Stempelns wechselten wir mit Bader/Lenz (Golf) die Reihenfolge und dachten somit den Escort losgeworden zu sein. Auch die nächsten drei Prüfungen inkl. des harten Schotterrundkurses verliefen nahe problemlos. Hier und dar ein Schlenker weil die Fahrwerksabstimmung noch nicht gut war. In einem schnellen Stück entdeckte ich den Escort der zwei Minuten hinter mir in die WP startete und dachte mir boah ist der schnell… als ich hörte 50 Links 2 Haarnadel guckte ich nach vorne… und trat in die Bremse – und was tat diese? Genau nichts… also Handbremse hoch und beten. Zwar tat diese es nicht wirklich und wir rutschten gerade aus, aber wir schafften es noch um die Kurve zu kommen. Nun standen noch drei Prüfungen an und es lief alles gut. Wir entschieden uns diesmal keinen Service an die WP zu ordern. Wir lagen sicher auf dem dritten Platz der 1300er Klasse hinter Malte und Carsten und führten die Damenwertung an. Alles schien perfekt zu sein… Doch leider sollte es anders enden. In Prüfung 11 waren wir etwas zu schnell und eine 2er Kurve (also enge 90 Grad) kam etwas zu spät in der Ansage, sodass die Bremse keine Zeit mehr hatte Druck aufzubauen. Ich konnte nur noch voll rein treten so dass das Heck ausbrach (dank der Fahrwerksumstellung ungewohnt) und uns frontal gegen eine Erdwand setzte. Außer einer Beule schien alles ok zu sein. Doch ich musste mehrmals „orgeln“ bis der Motor ansprang. (PS das Video endete beim Ausgehen des Motors, hatte leider keine Zeit die Kamera erneut anzumachen…) Die Vorboten für das bittere Ende kündigten sich an. In der Zwischenetappe zu WP 12 mussten wir über einen Schotter-Feldweg mit Spurrillen. Ich sag die Spuren auf der Wiese von Anderen Fahrzeugen und dachte ok, so geht’s. Warum auch immer war in der Spur ein Loch das unser Auto durchschlagen ließ und der Motor ging schlagartig aus und leider auch nicht mehr an. Bis kurz vor der Stempelkontrolle konnte ich noch rollen, dann war Ende. Auch das Rappeln an allen Kabeln sowie die Hilfe von Schulz und Jansens brachte keine Lösung, welches der nicht markierten Kabel es hätte sein könnte. Fest stand nur es fehlt dem Motor an Strom. Der Service war leider außer Reichweite und die Karenz reichte nicht um alle Kabel zu prüfen. Also mussten wir die Bordkarte dem Schlusswagen aushändigen und setzten uns frustriert auf den Boden. Knappe 5 Minuten später traf der Service ein und der Fehler wurde nach weiteren 5 Minuten behoben. Es war ein versteckter Kabelbruch an der Zündspule. Ich bin vom Anlasser ausgegangen, da wir dort aufsetzten. Leider hatten wir auch keine Prüflampe an Bord um den Stromfluss zu testen. Am Ende lief der Kadett wieder und wir fuhren den Serviceplatz an um Aufräumen zu helfen… Nach der Rallye wurde reichlich diskutiert… hätte man vorher alle Kabel geprüft, wäre der Service doch an seinem Punkt gewesen, dann wäre alles gut gegangen. Ist es aber nicht, da hilft auch keine Diskussion. Fest steht nur es war ein kleiner unnötiger Fehler der uns den perfekten nationalen Start kostete. Was soll’s. 2008 versuchen wir es erneut! Am Ende konnten wir uns über den Klassensieg von Carsten Meurer und Christian Laun auf ihrem Audi 50 sowie dem Sieg in der stärkeren Klasse für Rüdiger Baehr und Simeon Stein auf ihrem Porsche freuen. Besonders da Carsten mit 40 Grad Fieber an den Start ging. Mit dem Gedanken im Hinterkopf morgen ausschlafen zu können wurde während der Siegerehrung mächtig gefeiert. Der ADAC hatte einen großen Aufwand betrieben mit großer Open-Air-Bühne etc. das Publikum bestand jedoch mehr aus der Dauner Anwohnerzahl. Bei der Ehrung geklatscht wurde fast nie. Also musste man selbst für Stimmung sorgen. Nach der Ehrung wurde mit reichlich Bitburger bis zwei Uhr Nachts gefeiert. Der DJ sorgte für gute Musik und man tanzte bis in den Sonntag.

Das „bittere“ Erwachen
Mit einer etwas dicken Birne wurde Sonntagmittag aufgeladen und bei ca. 100 Grad im Schatten die Heimreise angetreten. Nun wurde mir erst richtig bewusst, dass wir nicht ins Ziel gekommen waren. Aber mittlerweile bin ich drüber weg. So eine A Rallye fordert den Kadett doch sehr. Da muss einfach eine andere Vorbereitung her… für die nächste große Rallye haben wir nun gelernt… auch in Sachen Service. Aber es hat dennoch einen mega Spaß gemacht… die Atmosphäre war gigantisch, tausende Zuschauer, Traumwetter und lange schöne Wertungsprüfungen. Da wir jedoch über 75% absolviert hatten erhielten wir immerhin ca. 3 Pünktchen für die RallyeTROPHY und verbesserten uns vom 34 auf den 31. Rang. Leider nicht soviel wie erhofft aber man gibt die Hoffnung ja nie auf. Noch stehen 4 Läufe davon eine nationale Rallye an.

Ergebnisse:
Platz 1 Kl. Y31 – Carsten Meurer / Christian Laun (Audi 50) – Düsseldorf
Platz 2 Kl. Y31 – Malte Rückert / Frederic Liesenhoff (Alfa Romeo Gulia) – Düsseldorf
Platz 1 Kl. Y21 – Rüdiger Baerh / Simeon Stein (Porsche) – Düsseldorf
Platz 4 Kl.Y16 – Jürgen Bader / Udo Lenz (Meerbusch/Düsseldorf)
Platz 11 Kl. Y20 – Heinz & Guido Kottmann (Opel Kadett C) – Ratingen
Ausfall nach WP 11 – Kl. Y31 – Sandra Peters / Natascha Schmitz (Opel Kadett D) – Düsseldorf

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