Rallye Kempenich 2006

Am 19.03.2006 fand zum 28. Mal die ADAC Rallye „Rund um Kempenich statt. Mit einem bunt gemischten Starterfeld gingen rund 120 Teams an den Start der 4 anspruchsvollen Wertungsprüfungen. Unser Team ging dieses Mal, leider nur mit einem Fahrzeug, an den Start der Klasse Y31, also Fahrzeuge der Kategorie Youngtimer bis 1300ccm. Die beiden Mädels Sandra und Natascha waren zusammen mit 4 weiteren Startern in guter Gesellschaft.

 

Wie jedes Jahr gab es pünktlich zur Kempenich bomben Frühlingswetter. Strahlender Sonnenschein und eine angenehme Temperatur sorgten bei den Teams für gute Laune. Gegen halb elf ging es für unsere Klasse zur Aufschriebrunde. Dieses Jahr zum ersten Mal mit vorgegebenen Startzeiten. Nach 105 Minuten und vielen Ausrufezeichen im Aufschrieb stand fest – „Das wird sehr lustig“.

Als erste Wertungsprüfung stand der traditionelle Rundkurs „Müllenbach“ auf dem Plan. Ein recht kurzer aber knackiger Zuschauerkurs, der auch 2006 wieder zahlreiche Zuschauer in die Eifel lockte. Der erste Rundkurs verlief für das Damenteam gut. Man tastete sich nach der langen Winterpause wieder langsam an seine Grenzen heran. Zum Glück waren die schlimmsten Stellen dieses Jahr mit Reifen „gepolstert“. Insgesamt mussten 2 Runden inkl. Auslauf gedreht werden. Die ersten beiden Runden liefen super, bis in der letzen Runde den Mädels der 205er Peugeot von Achim Obermeier und Manfred Fleer im Nacken saß. „Als ich ihn im Spiegel entdeckt hatte war er noch recht weit weg und ich dachte, rein in den Schotter… leider waren die beiden schneller als ich es eingeschätzt hatte und der Peugeot hing uns auf dem Schotterstück an der Stoßstange. Da ich dort nicht mehr in den Spiegel geschaut hatte, haben wir die beiden leider etwas „aufgehalten“. Aber was soll’s, ein freundliches Gespräch hinterher ließ beide Seiten darüber lachen.“ So Sandra amüsiert…

Wertungsprüfung 2 war die allseits bekannte Sprintprüfung „Adenau“ den Berg hoch, die für den kleinen Kadett C mit seinen 1187 ccm jedoch etwas zu stark bergauf ging… Eine Kurve war besonders interessant… eine nicht einzusehende Kurve über eine Kuppe… fährt oder fliegt man gerade aus, geht es 1 km weit in den Acker, der an diesem Tag noch mit reichlich Schnee zugedeckt war. „Zwei Autos steckten noch im Schnee und einer buddelte sich gerade wieder frei… die unzähligen Reifenspuren im Schnee jedoch ließen schlussfolgern, da waren noch weit aus mehr drin gewesen.“ So Sandra.

Als 3. Prüfung stand eine neue Prüfung namens „Kempenich“ an. Der MSC Kempenich kämpfte seit 15 Jahren für die Genehmigung, eine WP direkt bei Kempenich austragen zu dürfen und hatte 2006 Erfolg. Die sehr anspruchsvolle Prüfung raubte den meisten Teams den Verstand. Viele haarige Kurven, und lange Vollgaspassagen auf engen Feldwegen. Die uneinsehbaren und enorm steilen Kuppen erinnerten etwas an eine halsbrecherische Achterbahnfahrt unterbrochen durch unerwartete Regenrinnen die dazu neigten die Fahrzeuge auszuhebeln. Im trockenen wäre diese Prüfung bestimmt der Knaller gewesen. Leider hat der feuchte Boden die Strecke mit reichlich Schlamm bedeckt, so dass ein flottes Vorankommen unmöglich war. Dazu kommt das rund 100 Fahrzeuge die noch im Rennen waren dort ohne Ende „geräubert“ hatten. Es gab nicht eine Kurve die sauber war. Die beiden Mädels schlugen sich tapfer und überstanden diese Prüfung unbeschadet. Nach dieser schweißtreibenden Prüfung gab es erstmal eine 30-minütige Pause. Zeit genug für ein leckeres Würstchen oder ein Schnitzel oder wem es gefällt eines von zahlreichen Kuchenstücken. Wie immer eine einfache aber tolle Verpflegung. Nach der „kleinen Pause“ ging es abschließend noch mal zum Rundkurs Müllenbach, wo immer noch alle Zuschauer auf die Teams warteten.

Sandra war begeistert vom Rundkurs: „Als wir im Vorstart standen wurde ich schon stutzig. Im Rückspiegel ein blauer Gruppe 2 RS 2000. Ich so Oha das wird lustig… Kurz darauf klopfte es auf unser Dach und Christian Menzel grinste uns an. Nach der Frage welche Zeit wir im Rundkurs und wie viel Hubraum wir hätten fing er an zu lachen und meinte nur „Wäre es möglich irgendwie Platz zu machen ohne, dass es uns viel Zeit kostet?“ Ich musste voll lachen und meinte nur „Klar, wenn es nicht gerade an einer unmöglichen Stelle ist kannst du es ja mal versuchen!“ Dann haben wir noch was rum gescherzt und die Reise konnte beginnen. (PS der liebe Herr Menzel war einer der Glücklichen die in WP2 im Schnee spielen waren!) Kurz vor dem Start kam der Zeitnahmeleiter angerannt und meinte nur „Mädels ich halte euch den „Irren“ (scherzhaft gemeint) Escort 2 Minuten vom Hals, das müsste reichen. Ansonsten macht es nur HUSCH und die sind vorbei, davon bekommt ihr nichts mit!“ Ich dachte mir noch… ok, wird schon schief gehen und es ging für uns los!“ Der erste Durchgang verlief ruhig – kein Feindkontakt und eine saubere Runde. Doch schon in der zweiten Runde lief das Team Rudolph/Rudolph auf. „Ich habe die beiden schon am Fahrsicherheitstraining gesehen und gewartet. Doch erst nach der Startkurve in die zweite Runde war es den beiden möglich an uns vorbei zu ziehen. Eine Weile konnte ich den kleinen Flitzer noch in Sichtweite halten. Auf der langen Steigung jedoch kurz vor dem Schotter gingen die beiden dann erst laufen… „ so Sandra stolz. In der dritten und letzen Runde dann musste die „Sandra Peters Gedächtniskurve“ wieder mal ihrem Namen alle Ehre machen. Letztes Jahr noch rückwärts im Graben gestanden wurde die Kurve dieses Jahr mit der Motorhaube voran angesteuert. „Ich stand auf der Bremse und dachte nur – oh je nicht schon wieder – und ich hatte recht!“ so Sandra lachend nach der Rallye. Der lila Kadett schob in Richtung Gewerbeschild mit der Nase voran, kurz reingerutscht ging es dann weiter Richtung zweiten Graben. Mit etwas Glück und Gefühl für die Bremse konnte der Kadett jedoch vor einem „Abflug“ bewahrt werden. Der Motor lief noch, also ersten Gang rein und weiter geht

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